Real Life vs Porn

Die Sexgöttin im eigenen Bett

"Er will haben, dass ich sofort komme und dann am besten gleich nocheinmal" sagt sie und sitzt mir dabei leicht geknickt gegenüber. Im Laufe des weiteren Gesprächs erfahre ich noch mehr Wünsche und Vorstellungen des Herren an die Dame, alle frappant an jedes x-beliebige Pornofilmchen erinnernd. Verstehen Sie mich nicht falsch, liebe/r LeserIn, hier werden nicht etwa gerade ein Bösewicht und ein armes Opfer eingeführt. Die gibt es hier nicht. Was es aber schon gibt sind Missverständnisse, Verwirrungen und Unwissenheit.

Manchen Menschen fällt es leicht und manchen schwer, für wenige ist es fast unmöglich den Unterschied zwischen Fiktion und Realität zu erkennen. Aber ganau darum geht es hier. Wenn ich versuche Porno in meinem eigenen Bett nachzustellen stoße ich unweigerlich an Grenzen. Nicht so sehr in der Machbarkeit - Sextechniken und diverse Utensilien sind nicht das Problem - sondern im Grad der Erfüllung, die dieser Versuch bringt.

Das liegt daran, dass all die Geilheit und Extase, die ich im Porno zu sehen bekomme GESPIELT ist! Natürlich kann es sein, dass die Darsteller erregt sind und die Situation als geil empfinden (hoffentlich - dann fällt ihnen vermutlich das Arbeiten leichter), aber es ist ihr Auftrag, diese Erregung für die Kamera ZUR SCHAU ZU STELLEN. Je besser das jemand kann, desto erfolgreicher wird er in diesem Job sein.

Was der Konsument also sieht ist Fiktion. Er sieht (für die Kamera) gespielten Sex, gespielte Erregung, gespielte Extase,...

Das alles ist so lange gut, so lange er zwischen dieser Fantasiewelt und der Realität unterscheiden kann. Ein einfaches Beispiel dazu: wenige Leute versuchen, nachdem sie den neuesten Mission Impossible Streifen gesehen haben, mit ihrem Motorad von einer Brücke auf einen fahrenden Lastwagen zu springen. Irgendwie ist das klar, dass das so in Echt nicht geht. Viele Leute, mehrheitlich Männer, versuchen aber sehrwohl die zuletzt im Porno gesehene Sextechnik mit der Frau nachzustellen. Die Idee ist ungefähr genau so gut wie das mit dem Motorrad....

Warum? Weil man das, was für die Kamera gut funktioniert, nicht eins zu eins ins eigene Bett übertragen kann. Die uns vorgespielte Extase wird nicht durch diese oder jene Technik erreicht. Weil es gut aussieht muss es sich noch lange nicht gut anfühlen! Also geht die Frau nicht durch die Decke, bloß weil er stößt, was das Zeug hält. Die erhofften multiplen Orgasmen bleiben aus und nicht selten wird die Frau kurzzeitig zur Pornodarstellerin, macht (ihm) einfach nur eine geile Szene und wird "tatsächlich" zur Sexgöttin im eigenen Bett!

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